Weihnachtszeit

Er stieg auf den Dachboden, um sich noch einen Stapel alter Motorradhefte zu holen. Als er wieder unten war, legte er noch ein paar Stücke Holz in den Kaminofen und machte es sich wieder gemütlich. Die alten Testerichte in den schon etwas abgegriffenen Zeitschriften hatten es ihm angetan. Mit Begeisterung las er, wie Klacks (Ernst Leverkus) seine Urteile über die "neumodischen" Japaner abgab, die zwar hervorragende Motoren bauten, die bis über 10 000 Umdrehungen zuließen, aber diesen wunderbaren Motoren meistens "Wackelfahrwerke" mit auf den Weg gaben.
Heute war er allein. Das fiel ihm etwas unangenehm auf, weil Weihnachten war. Eigentlich war er ganz gern allein und hatte sich nach der Scheidung richtig daran gewöhnt. So richtig allein war er meistens auch gar nicht. Er hatte eine reizende Nachbarin, eine junge Witwe, die seine Freundschaft suchte und vieles mit ihm unternahm. Und sie schien einen großen Nachholbedarf zu haben, denn häufig klopfte sie an seine Tür ... und blieb dann bis zum nächsten Morgen. Sie war nett, teilte sogar seine Vorliebe für spontane Einfälle und bot so manche Überraschung.
Sie war über die Feiertage leider nicht da, war nach Hamburg zu ihrer Mutter gefahren, um mit ihr die Feiertage zu verleben. Sie hatte natürlich an ihn gedacht, einen schönen Festtagsbraten für ihn zurückgelassen und einige kleine Pakete.

Eigentlich genoss er sein Leben und sein Alleinsein. So konnte er die Zappa-CD hören, die ihm ein Mitarbeiter geschenkt hatte und den Weihnachtsgottesdienst im dänischen Fernsehen ansehen. Keiner redete ihm drein. Keiner beschwerte sich über zuviel oder zuwenig reden, keiner hatte Anforderungen an ihn. Seine finanzielle Situation hatte sich nach der Scheidung - im Gegensatz zu vielen anderen Männern - recht positiv entwickelt. Seine Exfrau hatte eine hervorragende und gut dotierte Stelle gefunden und ging so richtig in ihrem Beruf auf. Da sie finanziell abgesichert war, brauchte er keinen Unterhalt zu bezahlen.

Fast parallel dazu hatte sich seine kleine Firma nach vielen Jahren des Kampfes und der vielen Misserfolge doch noch sehr positiv entwickelt - viel besser, als er es je erwartet hatte. Ein Auftrag kam zum nächsten und dem folgte wieder einer - und alles relativ mühelos und entspannt.

Eigentlich hätte er zufrieden sein können. War er auch - fast. Eine Sache saß wie ein Stachel in seiner Seele. Sein Sohn hatte den Kontakt zu ihm nach der Scheidung abgebrochen - und, was noch schlimmer war, er durfte auch die Enkelkinder nicht mehr sehen, ja nicht einmal einen Gruß zu Weihnachten oder zum Geburtstag schicken. Alles kam ungeöffnet zurück. Telefongespräche wurden nicht angenommen.

So hatte er auch in diesem Jahr wieder Geschenke für die beiden gekauft, aber wieder konnte er sie nicht verschenken.
Genug trübe Gedanken. Wie zur Belohnung machte er eines der kleinen Päckchen seiner Nachbarin auf. Es war eine CD. Nein, keine MusikCD, sondern eine selbstgemachte für den Computer. "Gleich mal nachsehen, was das ist", dachte er sich und ließ sie in das Laufwerk hineinfahren. Schnell das Laufwerk gewechselt- und mit einem Blick erkannt, was sich darauf befand: Bilder und Filme! Hatte doch die Nachbarin einige sehr schöne Filmschnipsel und Fotos auf die CD gebrannt, die ihn einerseits anregten, andererseits auch zeigten, dass er für die Nachbarin wohl doch etwas mehr empfand, als er sich eigentlich zugestehen wollte.
Er wollte sich gerade zur weiteren Verbesserung seiner Weihnachtsstimmung ein Glas Sekt holen, da klingelte das Telefon. Noch in der Vorwärtsbewegung in die Küche bog er scharf links ab, um das Telefon zu erreichen.
Es war BMW-Paule, ein alter Bekannter. Sie waren nicht richtig Freunde, aber trafen sich oft und telefonierten noch häufiger. Im Sommer hatten sie so manche Tour zusammen gemacht. BMW-Paule war schon guter Stimmung. Da war es klar, dass ein Scherz den nächsten jagte. Paule erzählte, dass er eine kurze Weihnachtstour unternommen hatte am Nachmittag. Seine BMW war sofort angesprungen. "Das kannst Du von Deiner Honda natürlich nicht erwarten, sagte er im Spaß, "Honda baut doch reine Sommerfahrzeuge!"
So ging die Unterhaltung noch ein wenig hin und her, bis Schluss war.

Der Sekt blieb nun doch noch in der Küche. Ein seltsames Gefühl zog ihn in die Garage, wo seine 750er Honda stand. Zwar alt, aber alles tadellos in Ordnung; kein Ölfleck auf dem Garagenboden. Sie war auch noch angemeldet, die Batterie war frisch geladen. Ob er nicht eine kleine Runde...? Getrunken hatte er noch nichts, warum also nicht?
Er ging noch einmal zurück ins Haus und zog sich an, vergaß auch nicht, alle Kerzen auszumachen.

Dann wieder in der Garage. Helm aufgesetzt, Garagentor geöffnet. Schlüssel in die Startposition, Choke gezogen, den Starter gedrückt - und - sofort nahm der Motor seine Arbeit auf. Zunächst etwas unregelmäßig, etwas rasselnd und scheppernd, dann aber zunehmend runder.

Es war kalt, aber trocken, eigentlich gutes Fahrwetter. Naja, weit würde die Fahrt trotzdem nicht werden, es war Heiligabend und er erwartete noch so manchen Anruf.
Die Straßen waren menschenleer, trotzdem wirkten die Ortschaften nicht verlassen. Jedes erleuchtete Fenster zeigte, dass dort Menschen fröhlich Weihnachten feierten. Zwar war er ohne Ziel losgefahren, aber doch war er auf einmal auf dem Sommerweg, den er immer einschlug, wenn er BMW-Paule abholte. Warum nicht? Warum nicht einen überraschenden Weihnachtsbesuch abstatten. Paule würde sich bestimmt freuen. Der Weg schlängelte sich durch ein Waldstück. Hier war es richtig dunkel und unübersichtlich. Aber die Honda brummte zuverlässig und der frisch geputzte Scheinwerfer leuchtete die Straße zuverlässig aus. Noch acht Kilometer, dann würde er das Haus von Paule erreicht haben.
Auf einmal lief die Maschine unregelmäßig, erstarb dann fast völlig, berappelte sich noch einmal, ging dann schließlich ganz aus. Er drückte auf den Anlasserknopf. Sofort nahm der Motor seine Arbeit wieder auf, aber nur kurz. Dann war endgültig Ruhe. Was konnte das sein? Dann fiel es ihm ein: viel Sprit war bestimmt nicht mehr im Tank. Aber kein Problem, einfach umschalten auf Reserve. Mist, der Hahn stand schon auf Reserve, also war der Tank ganz leer. Und dann fiel es ihm wieder ein. Er hatte die Maschine vor 4 Wochen warmgefahren, um Ölwechsel zu machen. Da war er schon auf Reserve gewesen und hatte dann auch nicht mehr getankt.

Er bockte die Maschine erst einmal auf und nahm die Sitzbank ab. Im Werkzeugfach hatte er eine kleine Taschenlampe in Marienkäferform. Mit immer geladenen Batterien versehen hatte ihm diese Taschenlampe schon so manchen Dienst erwiesen. Doch diesmal konnte ein Leuchten in den Tank nur bestätigen, was er schon geahnt hatte: der Tank war restlos leer!
20 Meter weiter war eine Bushaltestelle mit dem obligatorischen Holzhäuschen, in dem morgens immer Schulkinder auf den Schulbus warteten. Er hatte keine Hoffnung auf einen späten Bus, sondern wollte die Maschine nur vom Straßenrand entfernen. So schob er die kurze Strecke. Alles war so still. Er konnte hören, wie die Antriebskette sich bewegte. Da er sie kürzlich gefettet hatte, gab es ein schmatzendes Geräusch, das er beim Fahren natürlich noch nie gehört hatte.

"Na gut", dachte er, "dann will ich mal den Paule anrufen, dass er mich hier abholt. Ist mir zwar ein wenig peinlich, denn er sagt, eine BMW läuft immer, aber eine Honda nur manchmal". Diesmal hätte er sogar recht.
Er griff in die linke Brusttasche - und fasste in Leere. Ausgerechnet heute hatte er vergessen, das Handy einzustecken. Dann musste er sich wohl auf einen langen Fußmarsch nach Hause machen.

Wie gut, dass er die kleine Taschenlampe dabei hatte. So hatte er jedenfalls in der Dunkelheit des Waldes ein Licht, das ihn tröstete und führte.

Da - ein Stückchen weiter im Wald war noch ein Licht zu sehen. Ihm war bisher nie aufgefallen, dass dort ein Haus stand. ... die würden doch sicher ein Telefon haben?
Also forschen Schrittes in den Wald hinein. Nun zahlte sich die Taschenlampe erst richtig aus. Trotzdem konnte sie nicht verhindern, dass er über eine versteckte Baumwurzel stolperte und hinfiel. Er rappelte sich wieder hoch. Die Taschenlampe hatte er festgehalten. So konnte er seinen Weg gleich fortsetzen. Sein Fuß schmerzte ein wenig, aber es ging.

Bald darauf hatte er das Haus erreicht. Drinnen war nichts zu hören. Sollte er... oder lieber doch nicht??? Er fasste sich ein Herz und klopfte an die Tür. Drinnen hörte er schlurfende Schritte. Er rechnete mit einem alten Mann oder einer alten Frau, aber es war eine recht junge Frau, die die Tür einen Spalt öffnete. "Was wollen Sie?" fragte die Frau mit leiser Stimme.
Er erklärte seine Situation mit kurzen Worten und bat hereinkommen zu dürfen, um zu telefonieren. Die Frau öffnete die Tür ganz und ließ ihn herein.

Ihm fiel auf, dass sie einen Mantel anhatte. Ihre Füße steckten in Wollsocken. ... nicht sehr festlich. Während er die Nummer von Paule wählte, guckte er zu ihr rüber. Ihr Alter konnte er schlecht schätzen. Sie sah traurig aus. Die blonden Haare machten einen wirren Eindruck.
Tut - tut - wohl zwanzig Mal hatte er dieses Geräusch gehört; keiner nahm ab. Dann war Paule wohl nicht zu Hause, bestimmt war er noch zum Mitternachtsgottesdienst gegangen. Enttäuscht legte er den Hörer auf die Gabel. Obwohl er drinnen stand, war ihm kalt. Nebenan in einem weiteren Zimmer surrte ein Elektroheizlüfter. "Ist die Heizung kaputt?" fragte er in die Richtung, in der die Frau stand. Sie antwortete flüsternd und leise. Die Heizung war nicht kaputt, sondern das Öl war alle. Und sie hatte auch kein Geld für eine neue Öllieferung gehabt. Und weil sie einmal mit den Zahlungen in Rückstand geraten war, gab die Ölfirma ihr auch keinen Kredit mehr und lieferte nur noch gegen Barzahlung. Geld hatte sie nicht mehr...

Jetzt sah er erst, dass sie weinte. Sie weinte tränenlos und erzählte ihre Geschichte. Sie erzählte von ihren beiden Kindern, die drüben schliefen. Stockend erzählte sie, dass es nichts zu Weihnachten für die beiden gegeben hatte. Sie hatte es ihnen gesagt, aber die beiden dachten immer noch, das wäre nur ein Scherz gewesen und der Weihnachtsmann würde in der Nacht kommen und ihnen etwas bringen. Die beiden Mädchen hatten sich schon daran gewöhnt, dass die Mutter immer sparen musste und fast nie Geld im Hause war. Aber der Weihnachtsmann hatte in jedem Jahr noch etwas gebracht.
Sie waren eine eingeschworene Gemeinschaft. Als der Ehemann seine Familie verließ, um wieder ins Ausland zu gehen, begann die Zeit des knappen Geldes. Unterhalt bekam sie nicht. Hin und wieder verdiente sie sich etwas Geld in der Fabrik, aber das ging drauf für die notwendigsten Dinge.
Sie schien froh zu sein, alles einmal erzählen zu können. Sie hatte sich sehr abgekapselt in der letzten Zeit. Außerdem: wer arm ist, hat wenig Freunde. Zwar wurden die Mädchen manchmal zu einem Kindergeburtstag eingeladen, aber meistens gingen sie nicht hin. Sie hatten kein Geld für ein Geschenk. Auch war es der Mutter ganz recht, wenn die Mädchen nicht sahen, wie gut es andere Kinder in dem Alter hatten. Das hätte ihr schlechtes Gewissen, dass sie wegen der misslichen Lage hatte, noch verstärkt.
Ihr Besucher dachte nun auch wieder an seine eigene Lage. Nach einem Auto brauchte er nicht zu fragen, aber ein Fahrrad würde sie doch haben?
Tatsächlich, sie hatte ein Fahrrad. Er durfte es ausleihen. Er versprach, bald zurückzukommen. Er war schon lange nicht mit einem Rad gefahren. Erst kam er nur langsam voran, dann ging es schon besser. Nach einer knappen Stunde erreichte er sein Haus.
Der Geländewagen stand in der kleinen Lagerhalle. Als er das geliehene Fahrrad einladen wollte, fiel sein Blick auf das Regal und blieb an zwei großen Kunstsstoffkanistern hängen, die er immer als Reservekanister für sein Motorboot benutzte. Er stieg auf die Trittleiter, um die Kanister zu holen. Jeder fasste 20 Liter. Einer war recht schwer, schien noch halb voll zu sein. Tatsächlich. Er schraubte den Verschluss auf und spürte gleich den starken Geruch des Dieselöls. Dabei musste er immer an die Zusammensetzung denken, wie heiß es so schön? ... aromatische Kohlenwasserstoffe...
Das Öl würde für die Heizung nicht ganz reichen, aber die Tankstelle, für die er eine Kundenkarte hatte, würde für den Rest sorgen. Er ging noch einmal ins Haus, um nun auch wirklich sein Handy einzustecken und etwas Geld. Dann sah er im Vorraum die eingepackten Geschenke und wusste, dass er die Geschenke für seine Enkelkinder auch in diesem Jahr nicht brauchen würde. Er zögerte erst einen Moment, dann holte er einen leeren Wäschekorb aus dem Keller und tat die Geschenke vorsichtig hinein. Er ging in die Küche, holte da viele schöne Sachen aus seinen Vorräten und machte einen zweiten Korb damit zurecht.

Er schleppte alles in den Wagen und lud es ein.
Dann kuppelte er den Anhänger an, denn er wollte sein Motorrad damit nach Hause holen. Endlich ging es los. Er machte er einen Umweg zur Tankstelle. Es hatte natürlich keiner mehr Dienst, aber mit der Kundenkarte war es kein Problem. Er tankte den leeren Kanister ganz voll und füllte auch noch etwas in den halbvollen. Dabei war er vorsichtig und versuchte. Ein Kleckern zu vermeiden, denn verschütteter Diesel riecht noch lange im Auto.

Schon ging es weiter. Die Strecke, die er vorhin mit dem Fahrrad so mühselig geschafft hatte, war im Nu bewältigt. Im Haus war noch Licht. Wieder klopfte er vorsichtig an die Türe. Die Frau erschien. Sie hatte sogar ein Lächeln im Gesicht. "Ich dachte schon, Sie würden nicht kommen," sagte sie, "das hätte mir noch gefehlt, dass mir Weihnachten das Fahrrad geklaut wird".
Darauf antwortete er nichts, aber bat, die Tür noch etwas offen zu lassen, er müsse noch etwas holen. Er ging zurück zum Auto und schleppte die schweren Kanister zum Haus. Er ließ sich den Einfüllstutzen der Tankanlage zeigen und wollte den Inhalt der beiden Kanister hineinfüllen. Es gab jedoch hinter dem Haus kein Licht. Da fiel ihm seine Marienkäfer-Taschenlampe wieder ein. Er gab sie ihr, damit sie leuchten konnte. So ging es. Vorsichtig entleerte er erst den einen Kanister, dann den anderen. Vierzig Liter, die müssten erst einmal reichen.
Sie gingen ins Haus zurück. Er wollte wissen, wo die Heizungsanlage war. Um zu dieser zu gelangen, musste er die schmale Treppe in den Keller hinabsteigen.

Im Halbdunkel sah er schon von weitem, dass die Störungslampe am Brenner leuchtete. Der drückte auf den Entstörknopf. Der Brenner fing an, Öl anzusaugen. Er versuchte anzuspringen, ging wieder aus und hinterlies eine bläuliche Qualmwolke im Keller. Es roch nach Diesel.
"Geht wohl nicht", sagte die Frau fast flüsternd, "wäre auch zu schön gewesen".
Aber so schnell gab er nicht auf. Nach wenigen Minuten drückte er wieder auf den Entstörknopf. Wieder fing der Brenner an, Öl zu saugen, wieder zündete er, ging wieder aus, produzierte wieder eine Qualmwolke, ließ die Schornsteinklappe scheppernd auf und zu gehen - und - ging wieder aus. "Es hat wohl keinen Sinn", sagte die Frau und stieg langsam die Kellertreppe hinauf. Er aber war davon nicht überzeugt. Deshalb drückte er nach kurzer Wartezeit wieder auf den Entstörknopf. Prustend, zunächst schwankend und mit der Schornsteinklappe spielend sprang der Brenner an, um dann eine ganze Weile seine Hitze in den Heizkessel zu spucken.
Das kleine Haus würde sich bald aufgeheizt haben. Die 40 Liter würden bestimmt über die Feiertage reichen. Außerdem könnten sie ja an der Tankstelle noch etwas holen.

Nun stieg er auch die Treppe hinauf. Seine Hände rochen nach Diesel - und das war etwas, was er nicht mochte. Er bat, sich die Hände waschen zu dürfen. Sie zeigte ihm das kleine Bad. Die Heizung war richtig schnell. Das Wasser war schon ein wenig warm.
Als er sich endlich genug geschruppt hatte, fielen ihm die Sachen im Auto wieder ein. Er ging hinaus und holte alles - schließlich auch das Fahrrad.

Ihm war aufgefallen, dass die Frau gar keinen Weihnachtsbaum hatte. Aber er hatte zwei, einen in der Eingangshalle seiner Firma, einen daheim in der Wohnung.
So brach er auf zu noch einer Tour mit dem Auto. An der Bushaltestelle lud er sein Motorrad auf den Anhänger und zurrte es gut fest.

Langsam zuckelte er nach Hause und lud das Motorrad ab. Dann lief er schnell hinüber in die Firma und holte den Baum - so wie er war mit Schmuck und Lichterkette. Dann fuhr er zurück zu dem kleinen Haus im Wald. Die Freude war goß, als er mit dem Baum erschien. Sie stellten ihn zusammen im Wohnzimmer auf. Dann legten sie die Geschenke unter den Baum.

Nun spürte er die Müdigkeit. Schließlich war er schon die ganze Nacht unterwegs. Die Frau wollte nun sicherlich auch allein sein und noch etwas schlafen. Sie verabschiedeten sich voneinander.

Er fuhr nach Hause und schob noch schnell das Motorrad in die Garage. Den Geländewagen ließ er vor dem Haus stehen. Dann ging er nach oben in die Wohnung, gönnte sich noch ein Glas Sekt und fiel müde ins Bett. Am Morgen war es spät, als er aufwachte. Erst nach und nach fiel ihm ein, was letzte Nacht passiert war.
Da dachte er daran, dass er seine kleine Taschenlampe in dem Haus vergessen hatte.

Sollte er sie holen? Oder machte das den Eindruck, als wollte er sich noch einmal den Dank für das Öl und die Geschenke abholen?

Trotzdem fuhr er hin. Diesmal war es nicht ruhig im Haus, sondern freudiges Rufen war schon von weitem zu hören. Er wurde gleich ins Haus gezogen. Die beiden Mädchen erzählten, ihre Mutter wäre eine so gute Heimlichtuerin, diesmal hatten sie wirklich nicht geglaubt, etwas zu Weihnachten zu bekommen.

Alle Geschichten:© Anne-Mette Gerdsen 2014
Keine unerlaubte Verwertung!